24.10.

24. Oktober 2019

Save the Date! "Kunst und Moral"

Interdisziplinäre Tagung der Institute für Kunstgeschichte und Philosophie der Universität Stuttgart.
Genauere Informationen zum Programm und zu den zeitlichen Abläufen der Tagung werden demnächst bekannt gegeben.

Zeit
24. Oktober 2019 00:00 Uhr bis 25. Oktober 2019 00:00 Uhr
 
Veranstaltungsort: Museum Hegel-Haus, Eberhardstraße 53, 70173 Stuttgart

Dr. Magdalena Nieslony (Kunstgeschichte) und Prof. Dr. Jakob Steinbrenner (Philosophie), Universität Stuttgart

Kunst und Moral (24.-25.10.2019)

Wendet man sich der gegenwärtigen bildenden Kunst, ihren Theorien und ihrer Kritik zu, bemerkt man sehr bald, dass sowohl in der Produktion als auch in der Rezeption und Beurteilung künstlerischer Arbeiten moralische Kriterien dominieren. Es scheint selbstverständlich, dass Kunst die im künstlerisch-intellektuellen Milieu vorherrschenden egalitären, linksliberalen und meist auch anti-kapitalistischen Werte nicht nur repräsentieren, sondern aktiv in die Gesellschaft hineintragen soll. Wie etabliert eine solche Haltung ist, zeigt sich besonders deutlich an den internationalen Großausstellungen (Biennalen, Triennalen, documenten), die seit den 1990er Jahren zumindest gesellschaftskritisch, oft (politisch) engagiert und aktivistisch ausgerichtet sind.

Die Tagung „Kunst und Moral“ wird die kunsthistorischen und -theoretischen Voraussetzungen dieser Haltung interdisziplinär untersuchen. Hierzu soll zuvorderst der Frage nachgegangen werden, ob und wie Kunstwerke moralische Positionen vertreten können? Wenn ja: Könnte sich hieran der künstlerische Wert der Werke festmachen lassen? Letzteres Problem hängt offensichtlich damit zusammen, welche Auffassung von Kunst man vertritt – gerade Anbetracht eines hegelianischen Kunstverständnisses scheint es klar, dass Kunst eine wesentliche Rolle beim Fortschritt von Kulturen spielt und spielen muss.

Fernerhin stellt sich die Frage, welche Mittel zur moralischen Positionierung einer künstlerischen Arbeit zur Verfügung stünden? Wären diese Mittel mehr als bloße Marker (wie z.B. das Schlauchboot oder die Schwimmweste in der aktuellen Kunst) oder könnten mit ihrer Hilfe differenzierte moralische Positionen ausgedrückt werden? Können überdies Werke der bildenden Kunst moralische Handlungen ihrer Rezipienten beeinflussen? Inwiefern ist eine westliche Kunstauffassung obsolet und sollten die damit verbundenen Theorien aufgegeben und Alternativen wie z. B. eine globale Ästhetik entwickelt werden? Wie ist es zur heutigen, moralischen Kunstauffassung gekommen? Und woran liegt es, dass es kaum wertkonservative Positionen im öffentlichen Diskurs der bildenden Kunst gibt? Welche Rolle spielen die verschiedenen Akteure und Institutionen der Kunstwelt (z.B. öffentlich finanzierte Museen und Großausstellungen samt ihrer Kurator*innen, private Sammler*innen und Sponsor*innen, Kunstkritik und Kunstgeschichte) bei der Vermittlung des heute dominierenden Begriffs der Kunst als moralische Instanz und ihrer konkreten moralischen Botschaften? Muss gute Kunst heute politisch (links) sein? Welche Rolle spielen dabei ästhetische Entscheidungen und Urteile, inwiefern ist die Form eines Kunstwerks moralisch konnotiert? Gehören zu einer politisch fortschrittlichen Gesellschaft eine moralisierende Kunst und Kunstkritik?

 

Zum Seitenanfang