14.11.

14. November 2019

Der Wald in der Frühen Neuzeit zwischen Erfahrung und Erfindung.

Ein transdisziplinärer Workshop
Genauere Informationen zum Programm und zu den zeitlichen Abläufen des Wokshops werden demnächst bekannt gegeben.

Zeit
14. November 2019 17:00 Uhr bis 16. November 2019 18:00 Uhr
 
Veranstaltungsort: Universität Stuttgart, Senatssaal; Keplerstr. 7, 70174 Stuttgart

Prof. Dr. Daniela Bohde, Dr. des. Anna Schütz, Dr. Rostislav Tumanov

Der Wald in der Frühen Neuzeit zwischen Erfahrung und Erfindung. (14.-16.11.2019)

Um 1500 avanciert der Wald zu einem Bildmotiv: Heilige ziehen sich in ihn zurück, er ist Ort für das heimliche Stelldichein oder der Raum, in dem Abenteuer bestanden werden. Bäume und Wälder dienen jedoch nicht nur als Kulisse, sondern werden schließlich selbst zu einem Hauptmotiv. Diese Entwicklung wurde in der Forschung zur Landschaftsmalerei zwar gesehen, doch ist bisher kaum beleuchtet worden, in welchem Verhältnis solche Waldbilder zur zeitgenössischen Walderfahrung stehen. Die ältere Kunstgeschichte sah in Waldarstellungen den Ausdruck emphatischen Naturerlebens und neigte zur nationalistischen Aufladung – wie aber kann heute das Verhältnis von Imagination und Empirie bestimmt werden? Dies zu untersuchen, erscheint uns umso notwendiger, als der Wald in der Frühen Neuzeit ein zentraler Ressourcenlieferant war: Er spendete nicht nur Holz und diente als Viehweide, sondern beherbergte auch Kokereien, Glashütten und andere frühindustrielle Anlagen.
Nach traditioneller Vorstellung schließen sich ein funktionales und ein ästhetisches Verhältnis zum Naturraum aus: Landschaftsmalerei sei erst möglich geworden, als man die Natur nicht mehr primär unter Nutzungsaspekten sah. Dieser fragwürdig gewordenen Prämisse werden wir nicht folgen, sondern danach fragen, wie sich Landschaftsnutzung und Landschaftsdarstellung zueinander verhalten. Damit möchten wir einen neuen Blick auf die historischen Voraussetzungen von Landschaftskunst werfen. Gerade die Auseinandersetzung mit der Nutzung des Waldes soll uns helfen zu verstehen, wie sich Bildkünstler, Literaten, aber auch Gartenkünstler den Wald ästhetisch aneigneten und in ihren jeweiligen Medien zur Darstellung brachten.

Das Ziel des Workshops ist daher, die Spannung zwischen der Darstellung, Wahrnehmung und Nutzung des Waldes in der Frühen Neuzeit aus einer dezidiert transdisziplinären Perspektive auszuloten. Neben einem kunst- und medienhistorischen Blickwinkel interessieren uns vor allem sozial- und umwelthistorische Ansätze und damit der produktive Austausch zwischen Kunsthistoriker_innen, Historiker_innen, Literaturwissenschaftler_innen und historisch orientierten Botaniker_innen oder Forstwissenschaftler_innen.

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