Gego

Als eine der bekanntesten Künstlerinnen Lateinamerikas wurde Gego (eigentlich: Gertrud Goldschmidt) mit ihren filigranen, netzartigen Rauminstallationen der 1960er Jahre Vorbild einer ganzen Künstlergeneration. Das Projekt erforscht ihr Werk und erhellt durch 3-D-Visualisierung den Zusammenhang zwischen Zeichnung, Objekt und Raum.

Ausstellungsansicht im Kunstmuseum Stuttgart (c) René Müller, Kunstmuseum Stuttgart
Ausstellungsansicht im Kunstmuseum Stuttgart

Projektleitung

  • Prof. Dr. Kerstin Thomas
  • Dr. Ulrike Groos (Direktorin des Kunstmuseum Stuttgart)
  • Prof. Philip Kurz (Wüstenrot-Stiftung)

in Kooperation mit Thomas Ertl und Hermann Pflüger vom Institut für Visuelle Systeme (Universität Stuttgart)

Als eine der bekanntesten Künstlerinnen Lateinamerikas wurde Gego (eigentlich: Gertrud Goldschmidt) mit ihren filigranen, netzartigen Rauminstallationen der 1960er Jahre Vorbild einer ganzen Künstlergeneration, welche sich in der Suche nach der Überwindung des zweidimensionalen Bildraums von der Dreidimensionalität in Gegos Werk inspirieren ließen. Von 1932 bis 1938 studierte Gego an der technischen Hochschule in Stuttgart Architektur, bevor sie 1939 emigrieren musste und nach Venezuela ging. Aufgrund ihrer Emigration war Gego im kunsthistorischen Diskurs zu europäischen Avantgarden nur am Rande vertreten. Ihre Arbeiten, die physische und soziale Dimensionen zusammenbringen, finden jedoch in der aktuellen Kunstproduktion großes Echo, so etwa in den spinnennetzförmigen Rauminstallationen von Tomás Saraceno. Das Kunstmuseum Stuttgart hat im Jahr 2016 einen erheblichen Bestand an Zeichnungen, Grafiken und Objekten aus Gegos Nachlass für zunächst zehn Jahren erhalten. In dem Forschungsprojekt wird dieser Bestand erfasst, erforscht und digital erschlossen.

Gegos Raumbegriff ist niemals ein rein formaler, sondern er berücksichtigt neben seinen physischen auch seine sozialen Dimensionen. Zudem spiegeln die Linien, Flächen, Volumen und ausgedehnten Netzstrukturen eine Auseinandersetzung mit dynamisch-kinetischen Strukturen wider, wie sie in Diskussionen um Kunst und Städtebau im zweiten Drittel des 20. Jahrhunderts im Mittelpunkt standen. Dieser Zusammenhang zwischen Zeichnung, Objekt und Raum soll durch 3-D-Visualisierung nachvollziehbar gemacht werden.

Zudem widmet sich ein gemeinsam mit dem Kunstmuseum Stuttgart und der Wüstenrot-Stiftung veranstaltetes wissenschaftliches Programm den aktuellen Positionen zu Netzstrukturen und dynamischen Raumodellen. Zum Abschluss des Projekts findet eine Ausstellung der Arbeiten im Kunstmuseum Stuttgart statt, bei der auch die simulierten 3-D-Modelle präsentiert werden.

Dieses Bild zeigt Thomas
Univ.-Prof. Dr.

Kerstin Thomas

stellvertretende Institutsleiterin

[Foto: Institut für Kunstgeschichte | Universität Stuttgart]

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